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Manchmal denke ich wirklich, 2019 war das letzte normale Jahr unseres Lebens, und seitdem fühlt es sich an, als wären wir in eine alternative Realität abgerutscht, in der nichts mehr normal ist, alle am Rande des Abgrunds stehen, die Zeit zu schnell und gleichzeitig zu langsam vergeht und die Welt, die wir kannten, einfach nicht mehr existiert.

Seitdem hangeln wir uns von Ausnahmezustand zu Ausnahmezustand und tun so, als sei das alles noch Alltag. Wir funktionieren, scrollen, reagieren, aber selten halten wir inne, um zu merken, wie müde wir eigentlich sind. Die ständige Aussicht auf Krieg und geopolitische Spannungen, die jederzeit eskalieren könnten, liegt wie ein bleierner Schatten über unseren Gedanken.

Manchmal scheint es, als würden wir uns an die Angst vor einem großen Konflikt genauso gewöhnen wie an Lockdowns und Krisenmeldungen. Vielleicht ist das Neue gar nicht die Katastrophe selbst, sondern unsere erstaunliche Fähigkeit, uns an alles zu gewöhnen. Und manchmal frage ich mich, ob wir irgendwann aufwachen und feststellen, dass wir das Normale gar nicht verloren haben, sondern verlernt, es zu erkennen.

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